Sebeltitz - Städte und Dörfer im Kaadner Land (Ka)

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Sebeltitz

1193 - 1953
(Zebletin)
von Zdena Binterova,
Übersetzung Gerhard Stübiger


Sebeltitz lag etwa 4 km NO von Duppau am Zusammenfluss des Saarer und des Mohlischener Baches in einer Seehöhe von 390 m. Früher standen seine Häuser im nordöstlichen Hang des Johannesberges, wo später die Einwohner von Tiefenbach ihre Felder und die Flur „Alt Sebeltitz" nannten. Der Kataster Sebeltitz hatte 149 ha.
Die Anfänge von Sebeltitz reichen wie bei anderen hiesigen Dörfern, wieder bis zu den Zisterziensern nach Waldsassen zurück, die Milhost 1193 in seine Maschauer Herrschaft berief und ihnen 1196 schriftlich 15 Dörfer überließ unter ihnen auch Schebletic.
sebeltitz_karte.jpg (41238 Byte)
Im Jahre 1544 wird Sebeltitz schon bei der Herrschaft Saar erwähnt, bei der es bis zum Jahre 1850 verblieb. Stopfkuchen führt an: „Als Stanislaus Ždárský für die Kinder seines Bruders Nikolaus, der 1544 verstarb, das Eigentumsrecht in die Landtafel einverleiben ließ, und dazu das Dorf Saar, samt Kirchenpatronat, das ganze Dorf Sebeltitz, Tiefenbach, Mohlischen und Hermersdorf...".
Im Jahre 1561 kam es zum Streit um Sebeltitz, weil A. Schlick, der Herr auf Winteritz, zur Tilgung seiner Schulden dem Mikeš von Hrobcic unter anderen Dörfern auch Sebeltitz verpachtete. Dagegen protestierte Anna von Saar mit der Behauptung, dass Sebeltitz von je her zu Saar gehöre und niemals zu Winteritz gehörte.
T. Schütz meinte, dass die ursprüngliche Form Zablatice war, d. i. ein Dorf von Leuten, die sich hinter dem Sumpf niedergelassen hatten. Daher Zäblätitz. Dies ist aber wenig wahrscheinlich. A. Profous und Cerný - Vána leiten die Bezeichnung vom Personennamen Zabata oder Sebata ab.
Nach der Steuerrolle lebten hier 1654   7 Bauern und 2 Häusler und die Einschätzung des Dorfes war nicht sehr günstig: „Das Dorf hat schlechte Bauten, Kornfelder, weniger Wiesen, lebten von der Viehzucht.".
Ungefähr 0,4 km südsüdöstlich vom Dorf, jedoch schon in der Gemarkung Wobern, ist eine Sauerbrunnquelle, die bis heute genutzt wird. Beschrieben ist sie bei Wobern, weil sie dahin gehört, aber heute wird sie als Sebeltitzer Sauerbrunnen bezeichnet.
Im Jahre 1785 hatte Sebeltitz schon 20 Häuser. Ihre Anzahl hat sich bis 1847 nicht geändert. Es kam die sogen. Fußmühle dazu, eine Mühle mit Sägewerk, am Aubach gelegen, 0,6 km SSW vom Dorfe.
Als 1850 die Orte selbstständig wurden, wurde auch Sebeltitz Gemeinde, aber schon 1868 war es ein Ortsteil von Saar. Dort kam es aber zum Streit, so dass sich Sebeltitz im Jahre 1874 wieder von Saar löste und zusammen mit Mohlischen und Tiefenbach eine selbstständige Gemeinde bildete.
Nach dem Adressbuch vom Jahre 1914 waren im Dorfe 5 größere Höfe, ein Wirtshaus, eine Trafik und von Handwerkern arbeitete hier ein Schuster. Alle übrigen waren in Saar. Bei der Mühle war kein Sägewerk mehr, sondern eine Bäckerei. Zehn Jahre später war die Anzahl der Bauernhöfe um 4 angestiegen, die Dienste aber änderten sich nicht.
Die deutsche Bevölkerung wurde aufgrund der Benes- Dekrete in den Jahren 1945/46 aus ihrer angestammten Heimat vertrieben.
Zur zweiten Aussiedlung von Sebeltitz kam es zum 31.8. 1953, d. i. in der 2. Etappe. In der Nähe des Sauerbrunnens sind Reste einer Eisenbahnbrücke über den Saarer Bach und in den Raum gegenüber des Sauerbrunnengebäudes wurden Stahlsperren abgelagert, die aus dem Böhmerwald hergebracht wurden.


Zusätzlicher Text:

Gerichtsbezirk Duppau
149 ha. 1914 hatte das Dorf 22 Häuser mit 93 Einwohnern, 1936 nur 21 Häuser mit
85 Einwohner, alle deutsch.
Pfarre, Post und Schule Saar. Nächste Bahnstation. Sauerbrunn-Wobern
Das Dorf war 4 Km von Duppau entfernt, 390 m über dem Meeresspiegel am Zusammenfluss des Saarer- und Mohlischenbaches. Bekannt war der Sebeltitzer Sauerbrunn. In der Nähe des Dorfes waren eine Mühle und ein Sägewerk. Später wurde das Sägewerk aufgelöst und eine Bäckerei eröffnet.
Im Ort gab es 10 Landwirte, 1 Mühle, 1 Gasthaus, 1 Tabaktrafik, 1 Fleischhauer und 1 Händler.
Nach der Vertreibung der Deutschen in den Jahren 1945 und 1946 kamen tschechische Siedler, die aber bis 31. 08. 1953 den Ort wegen Errichtung eines Militärübungsplatzes wieder verlassen mussten.
Lapidarium:
Stein von der Bahnstrecke Radonitz – Duppau
mit den Buchstaben RD
Einweihung: 1. Juli 2007
 
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